SCHWALBE Hans Dampf – Fahreindrücke von c_g
(und Ergänzungen zum Ice Spiker Pro)

Der Schwalbe Hans Dampf 2,35 ist ein Reifen, den wir zu allererst auf der letztjährigen Eurobike gesehen haben (hier in engl.). Genau mit Anfang des Winters haben wir dann die Testmuster erhalten, nur um anders als geplant, aufgrund widriger Bedingungen dem Ice Spiker Pro 29er den Vorzug zu geben.

Noch ehe der Schnee gewichen war, montierte ich aber den Hans Dampf aus zwei Gründen:
– Einmal wollte ich sehen, wie ein agressiver Trail-Reifen sich bei Schnee schlagen würde (sieh dazu die Anmerkungen am Ende) und
– … zum Anderen war ich einfach neugierig  auf den Hans Dampf und hatte nur ein Testbike in dessen Hinterbau er überhaupt passt – das TRANSITION BIKES TransAm two9.Der Test des TransAm two9 ist mittlerweile abgeschlossen (siehe hier) und so ist es nach etwa 1 ½ Monaten auf dem Hans Dampf an der Zeit ein wenig zu berichten.

Für das Intro mit allen Maßen und Gewichten siehe hier (in engl.)

Mit seinen fast 60 mm Breite (breiteste Stelle des Profils) und im Zusammenspiel mit der 21 mm breiten REYNOLDS MT29 Felge (ebenfalls im Tests) ist der Hans Dampf ein echtes Volumenswunder. Wunderbar, wenn es um Eigendämpfung und Komfort geht, aber eben auch ein dicker Brocken für so manchen Hinterbau. Also vorher besser abmessen, ehe es eng wird.

 Schlauchlos: Wie üblich bei der Schwalbe Evolution Line, sitzt der tubeless-ready freigegebene Hans Dampf auf UST-Felgen eher locker, was die Schlauchlosmontage erschwert, funktioninert aber sehr gut mit größeren Felgen wie NOTUBES oder AMERICAN CLASSIC.

Das PROFIL besteht aus eher kleinerer und quadratische-trapezoiden Blöcken und erinnert leicht an einen klassischen Motocross Reifen. Die rundliche offen gestaltete Lauffläche reicht seitlich sehr weit hinaus um bei allen Schräglagen einen sicheren Halt zu bieten. Die vorhandenen Übergangsstollen deuten auf ein gutmütiges Handling hin.

Ich bin zuerst nur das schnellere PACE-STAR Compound vorn wie hinten gefahren.

FAHREINDRÜCKE: Und so ist es auch. Der SCHWALBE Hans Dampf ist wie der große Bruder, den manche von uns sich wünschen. Selten erleben wir einen derart gutmütigen und ausgewogenen Reifen. Egal ob auf trockenem Schotter, festen Fels oder auch feuchtem Waldboden – der Hans Dampf fährt sich äußerst sicher und berechenbar. Berechenbar heißt in dem Fall, dass man zuerst den Eindruck hat man könne plötzlich alles fahren und dann, wenn man sich doch an seine Grenzen rantastet, stets genau im Bilde ist, wann diese erreicht sind und wenn man sie doch mal überschreitet, stets genug Reserven vorfindet um sich (fast) immer noch zu fangen. Egal, ob in der Antriebs- oder Bremstraktion oder im Kurvengrip, der Hans Dampf schein alles ohne jegliche Eigenheiten oder Überraschungen mitzumachen und vermittelt damit maximale Sicherheit.

Anders als es das aggressive Profil vielleicht vermuten lässt, ist er aber kein Enduro-Reifen für aggressivste Einsätze, sondern eher ein seht guter All-Mountain/Trail Reifen. Vor allem in tieferen Böden und bei sehr nassen Verhältnissen sind seine Limits nicht ganz so hoch gesteckt, wie man vielleicht denken würde – aber immer noch weit genug für die meisten Fahrstile.

Mit durchschnittlich 850 g ist er sicher kein Beschleunigungswunder und auf steilen Asphaltanstiegen, spürt man wie sich die kantigen Stollen deformieren, aber im normalen Einsatz überzeugt der Hans Dampf mit recht guten Rolleigenschaften.

Einen Durchschlag – geschweige denn einen Defekt – konnte ich bislang trotz aller Bemühungen noch nicht provozieren … bei dem Volumen und der Snake Skin Karkasse auch kein Wunder.

Die im Abschlussbericht des Transition TransAm two 9 zitierte Abfahrt am Lago di Garda habe ich übrigens auch mit dem Hans Dampf gemacht, der mit seinem genialen Trockengrip und der sehr guten Eigendämpfung definitv eine positive Rolle dabei gespielt hat.
Leider muss der SCHWALBE Hans Dampf vorerst eine kleine Testpause antreten, ehe wir wieder ein geeignetes Testbike erhalten (das aber bereits in Bälde eintreffen sollte) – bis jetzt hat er uns aber postiv überrascht als sehr angenehmer und vor allem gutmütiger All-Mountain Reifen mit viel Reserven.

Bis dahin … RIDE ON,
c_g

 

 

Abschließende Anmerkungen zum SCHWALBE Ice Spiker Pro 29er:
(Diese Jahr hat mich der Frühling regelrecht eingeholt ehe ich meinen Abshlussbericht zum Ice Spiker formulieren konnte.)

Wie im Fahrbericht (hier) des Spikers bereits angesprochen ist der Reifen bei glatten, eisigen Verhältnissen an Sicherheit und Fahrspaß nicht zu überbieten. Im Selbstversuch durfte ich aber feststellen, dass die Spikes aber eine  Teil der Überlegenheit einbüßen wenn der Untergrund und Schnee entweder sehr kalt oder weich wird. Dann kann man auch mit einem griffigen Trail-Reifen viel Spaß haben und aggressiv fahren. In meinem Fall habe ich den GEAX GATO 2,3 und den SCHWALBE Hans Dampf 2,35 ausprobiert und bin sie nach meiner Einschätzung bis etwa ¾ dessen gefahren, was der Ice Spiker erlaubt und konnte vor allem in der Tauphase problemlos auch auf Asphalt und Straße trainieren.

–> Ich bleibe dabei – der Ice Spiker Pro ist ein genialer Spezialreifen, der bei Eis seinesgleichen sucht, und Sicherhiet garantiert, wo sonst kein Biken mehr möglich ist, aber er ist kein Muss für Winterbiker, die nicht kontinuierlich mit Eis zu kämpfen haben. Angesichts des stolzen Preises muss hier jeder für sich selber entscheiden ob das die Investition rechtfertigt.