CANYON Dude CF Fatbike – Kurztest: von c_g

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CANYON Dude CF 9.0 SL

Das CANYON Dude CF war mit Sicherheit eines der spannendsten neuen Fatbikes, der Eurobike’15. Der formschöne Carbonrahmen mit allem was heute modern und sinnvoll ist (inkl. Stealth Stützen Vorbereitung), zusätzlich die in 2 Positionen arretierbare 142×12 HR-Achse für ein möglichst kompaktes Heck (vorne für Reifen bis 4.0 und die hintere Stellung für Reifen bis 4,8“), all das trägt zu dem großen Zuspruch des Bikes unter den Messebesuchern bei.

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Dazu die von CANYON gewohnt dynamische Formsprache und das typisch tolle Preis-Leistungsverhältnis mit vielen durchdachten Detaillösungen und fertig ist ein echtes „Will-Haben-Bike“. Auch ich muss gestehen, dass mir das CANYON Dude schon beim Anblick der ersten Teaser-Prototypen ausgesprochen gut gefallen hat.
Mittlerweile sind auch die einzelnen Versionen des Dude CF auf der CANYON Homepage mit allen Specs und Preisen vertreten. Demnach wird es zwei Hardtail-Versionen mit der ROCK SHOX Bluto RL (100 mm) und 4,0“ SCHWLABE Jumbo Jim Reifen (zu 2199.- bzw. 2599.- Euro) geben und zwei starre Versionen (je nach Modell 1899,- oder 2499.- Euro) die ausgleichend mit 4,8″ Jumbo Jim Reifen ausgestattet sein werden.
Wir hatten das Topmodell
CANYON Dude CF 9.0 SL für ein paar Tage im Kurztest.

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(zum Vergrößern einfach anklicken.)

Geometrie: Das DUDE CF will durch und durch sportliches Trailbike sein. Sein steiler Sitz- und flacher Lenkwinkel (68,5° und 74°), sowie das für die jeweilige Größe recht lange Oberrohr (600 in der Größe M) alles Werte, die sehr nahe am SALSA Mukluk liegen, das mit dieses Jahr so gut gefallen hat, sprechen eine klare Sprache und versprechen ein sportlich, traillastiges Handling.
Interessant sind insbesondere die zwei Positionen der Hinterradachse mit der eine Kettenstrebenlänge von 439 und von 455 mm 
realisierbar ist .. Werte die noch mal kompakter sind, wie die des Mukluk mit seinen verstellbaren Ausfallenden (447 bis 465 mm(.

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Die Ausstattung liest sich sehr stimmig, mit SHIMANO XT Schaltung und Bremsen. Besonders interessant war die Wahl der Kurbel, die bei allen Modellen auf die ETHIRTEEN TRS+ mit einer sinnigen 22/36 Kettenblattkombi fiel.

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Ein weiteres Highlight sind die DT-SWISS BR2250 Laufräder, die zwar nicht tubeless-ready, aber auch mit Schlauch ausgesprochen leicht sind. Leider hatten wir keine Zeit die Laufräder komplett auseinander zu bauen und nach den Einzelteilen zu wiegen, aber allein das Gewicht der Komplettlaufräder von 5690 g spricht schon mal Bände – andere Fatbike Laufräder wiegen locker ein Kilo mehr.

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Bei Cockpit kommen ein sehr hochwertige V12 Alu-Vorbau mit 60 mm Länge und ein breiter (760 mm) Carbonlenker von CANYON zum Einsatz.  An der Stell sei auch nochmal der sinnvolle Lenkeinschlagesbegrenzer erwähnt, der im Falle eines Sturzes den Rahmen schützen soll. Die Carbonsattelstütze stellt RITCHEY. Dazu ein sportlich schlanker FIZIK Tundra Sattel und ERON GE1 Griffe. Insgesamt ein Bike, das klar mehr Trailbike sein will als nur Winter-Fatbike.

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Das komplette Bike bringt es trotz der ROCK SHOX Bluto RL auf schlanke 12,95 kg (ohne Pedale) – kaum schwerer als das  SALSA Beargrease, das wir vor etwa einem Jahr kurz gefahren sind – dort allerdings mit Carbon-Starrgabel!!.

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Praxiseindrücke:

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Das CANYON Dude CF ist ein Spaß- und Trailbike! Schon auf den ersten Metern wird klar, dass CANYON seine Hausaufgaben gemacht hat und mit dem Dude CF ein echt vielseitiges und detailverliebtes Fatbike auf die Beine gestellt. Das Dude CF ist das bisher leichtfüßigste Serien-Fatbike, das ich gefahren bin – nur vom SALSA Mukluk, das ich diesen Frühsommer mit den superleichten KUROSHIRO Enso 685 Laufrädern gefahren bin, getoppt.

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… das CANYON Dude CF in Action

Im Trail bin ich damit schlafwandlerisch sicher und mit maximalem Fun unterwegs gewesen. Wie immer ist der Luftdruck entscheidend und mit der weichen Karkasse der 127 TPI SCHWALBE Jumbo Jim  fand ich Drücke zwischen 0,55 und 0,65 bar am besten für meine Trails. Die Jumbo Jims sind für Fatbike-Reifen sehr schnell und super sicher was die Traktion und Kurvenhalt angeht auf verschiedenen Böden, nur wenn es rutschig oder schlammig wird, kommen die Jims an ihre Grenzen. Auch fand ich, dass das von mir wenig geliebte Untersteuern der Fatbike-Reifen mit dem Jumbo Jim in 4.0“ Breite recht gering ist. Auf dem Trail ist es mir überhaupt nicht aufgefallen und auf der Straße oder sehr festem Untergrund, reicht es den Luftdruck nur ein wenig zu erhöhen.  Bergauf hat sich die Übersetzung mit dem 22er Kettenblatt als grandios herausgestellt. So kann man die grandiose Traktion ungeniert auf den Boden bringen.

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Den einzigen Kritikpunkt den sich das DUDE CF von mir gefallen lassen muss, ist dass es bergauf früher vorne leicht geworden ist, als ich es erwartet hätte. Mit dem Hinterbau in der längeren Position (455 mm Kettenstrebenlänge) kann man dem aber wirkungsvoll entgegen wirken und beinahe jede Steigung gelassen hochziehen.
Für mich bieten die zwei Positionen des Hinterbaus deswegen sowohl die Option zwei Reifenbreiten zu fahren, wie auch das Handling des Bikes von wieselflink auf etwas gelassener zu trimmen.

Für die hintere Position muss man übrigens auch den Bremssattel versetzen – oder eben eine größere Scheibe montieren.

Interessant fand ich auch, dass sich das Dude CF in der Sitzposition weitgehend unauffällig und sehr effizient fährt. Obwohl der Q-Faktor von 195 mm für ein Fatbike bemerkenswert gering ist, ein Dank an die schlank bauende E-THIRTEEN Kurbel, ist mir die größere Breite (zwischen 2 und 3 cm gegenüber Einern normalen MTB-Kurbel) immer wieder aufgefallen. Ich denke, dass der Q-Faktor des Dude noch in einem Bereich liegt, an den man sich gewöhnen kann, aber in den paar Tagen des Kurztests – vor allem durch den Wechsle mit anderen 29ern – war es immer etwas ungewohnt.  Der Q-Faktor ist aber subjektiv auch das einzige Indiz  darüber, dass das Dude CF ein Fatbike ist. Wenn man davon absieht, sitzt man auf dem Dude wie auf jedem anderen ausgewogenen Allround-Hardtail und um ehrlich zu sein, ist mir das auch ganz recht so.

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Bergab sorgt der traillastige, flache Lenkwinkel (68°) und das sehr gutmütig ausgewogene Handling für maximale Fahrsicherheit und viel Spaß auf dem Bike. Vor allem über Wurzelteppiche und in Schräglagen vermittelt das Bike sehr viel Sicherheit – mehr als es die meisten 29er bieten können. Der  breite Lenker (760 mm) liefert viel Kontrolle, weil man das Bike auch unter widrigsten Bedingungen noch locker in jede Richtung zwingen kann. Zu meiner Überraschung hat mir das etwas laufruhigere Heck in der hinteren Position fast sogar besser gefallen als in der vorderen Position, aber nachdem man ja die Wahl hat, bleibt das jedem überlassen.

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Kurztest-Fazit: Mir ist das CANYON Dude CF aber besonders aufgefallen, weil es auf wunderbare Weise die fatbike-typische Sicherheit und Traktion und Gelassenheit mit einer guten Beschleunigung und tollen Trageeigenschaften koppelt. Dabei fährt sich das Dude CF  weniger wie ein typisches Fatbike, sondern eher wie ein ausgewogenes 29ers Hardtail, nur eben mit mehr Traktion und sehr gutmütig. Das CANYON Dude CF wurde entwickelt als trailtaugliches Fatbike, mit großem Spaßfaktor und genau das ist es auch.
Ein weiterer Schritt nach vorne für Fatbikes, die mehr sein wollen als Dritt- oder Viertbikes. Ich bin kein Fatbike-Experte, noch nicht einmal ein echter Fatbike-Fan, aber wenn ich mir heute ein Fatbike kaufen würde, wäre es wahrscheinlich das CANYON Dude, denn es ist bis ins letzte Detail durchdacht, leicht und bietet ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis.

RIDE ON,
c_g