FELT Edict Nine LTD – Abschlussbericht: von c_g

So, nun sind weitere 3 Wochen ins Land gegangen, die ich mit dem FELT Edict Nine LTD verbracht habe. Wie ihr wisst hatten wir das Bike bereits beim Garda Festival gefahren (hier) und es wegen der positiven Erfahrungen dort für einen echten Test geladen. Die ersten Eindrücke des jetzigen Tests sind hier nachzulesen. Die letzte Woche hat es sich die Trailtime mit dem SURLY Krampus (hier im Test) geteilt, aber wir können euch versichern, dass es ordentlichen Kilometer unter mir gemacht hat.

Eine der Beobachtungen des ersten Artikels war der immense Vortrieb, des Edict Nine. Keine Frage es ist ein Racebike und das spürt man. Es will einfach schnell gefahren werden und so fand ich mich selbst öfter als sonst gewohnt die Anstiege im Wiegetritt „hochstürmen“ oder auf der Geraden mit der Kette rechts die Geschwindigkeit auszureizen. Einmal nach einer mehrstündigen Testfahrt mit dem SURLY war ich echt geschafft und wollte sehen, ob ich überhaupt noch zu Leistungen fähig war und habe das Edict Nine noch auf eine kurze Runde mitgenommen – mit dem Ergebnis mich selbst zu verblüffen wie flott ich noch unterwegs war.

Doch die Qualitäten des Edict Nine reichenüber den puren Speedrausch hinaus – den auch im gröberen Gelände und in technischen Trails gibt sich das Edict als sehr gutmütiges und potentes Bike. Keine Spur von sonst häufigen Racebike-Allüren, sondern nur ein rundum tolles Bike. Limitierender Faktor der Trailqualitäten sind lediglich die sportlich straffen 100 mm Federweg der SID XX vorne und des Monarch Dämpfers hinten. Dabei nutzt das Edict Nine den Federweg sehr schön aus, gibt sich am Anfang sensibel, dann zunehmender progressiv und schlägt selbst im schweren Gelände fast nie durch – aber 100 mm bleiben eben 100 mm.

Dass der FAST Hinterbau (der etwa im Sag-Bereich von 20% spannungsfrei ist) daran einen Anteil hat, zeigt sich wenn man dem Dämpfer die Luft rauslässt und beobachtet, wie sich der komplett entleerte Dämpfer auf ca. 20 % Sag einstellt, bzw. wie selbst dann noch ein Widerstand vorhanden ist, wenn man den Hinterbau runterdrückt.

In der letzten Testphase habe ich die ACROS A-Line Laufräder und die WTB Bronsons TCS 2.2“ montiert, was einerseits 300 g an Mehrgewicht gebracht hat, aber auch eine höhere Steifigkeit und Lenkpräzision. Als Ergebnis hat das Edict Nine ein wenig an Spritzigkeit eingebüßt, hat aber dafür etwas an Allrounder-Qualitäten zugelegt. Damit hat sich für mich die sehr hohe Ausgereiftheit und Vielseitigkeit der Edict Nine Plattform klar bestätigt.

Die Ausstattung – auch wenn nicht wirklicher Inhalt des Tests – hat uns in keinster Weise Probleme gemacht.

Abschließend kann ich dem FELT Edict Nine LTD attestieren, dass es eines der wenigen Bikes ist, das ein sehr hohes Racepotential mit ebenso guten Touren-/Allround-Eigenschaften vereint. Es ist ein Bike fast ohne Eigenheiten und bleibt genau dadurch so rundum gut.

Bleibt nur noch der doch recht hohe Preis von € 2999.- für den Rahmen des Edict Nine LTD, der die potentielle Käuferschaft einengt. Aber dafür gibt es eine ganze Reihe von anderen Modellen der Edict Nine Reihe die vom Race-Profi bis Einstieger jeden bedienen – mit der identischen Geometrie und damit ähnlich positiven Fahreigenschaften.

RIDE ON,
c_g